Mittwoch, 8. März 2017

Alle Blicke auf mich


Bevor ich angefangen habe zu bloggen, habe ich mir natürlich die Frage gestellt, ob ich das möchte, dass jeder Mensch auf der Welt von mir Bilder anschauen kann, sofern er über einen Internetanschluss verfügt. Selbst im kleinsten Dorf in Sonstwo kann man gesehen werden. Das hat mich lange zögern lassen, den Schritt ins Bloggerleben zu wagen. Und außerdem noch ein anderer Aspekt...


Ich habe mich gefragt, wie selbstverliebt ein Mensch sein muss, wenn er selbst von sich Bilder macht oder anfertigen lässt, um diese dann der Weltöffentlichkeit zu präsentieren, wohlweislich mit dem Gedanken, dass andere Menschen die Bilder schön finden und sich im besten Fall auch positiv dazu äußern. Glaubt man wirklich, die Welt hätte nur darauf gewartet, die eigenen Bilder anzuschauen und dann noch irgendein Geschreibsel dazu zu lesen?

Nun, die Welt wahrscheinlich nicht, aber der eine oder andere Mensch auf dieser Welt vielleicht schon. Vielleicht gibt es da draußen ja Frauen, die auch so klein sind wie ich und mit ihrer Größe hadern oder haderten und die sich freuen, Anregungen für neue Styles zu bekommen. Genauso wie ich mich freue, wenn ich auf anderen Blogs inspiriert werde und neue Ideen schöpfen kann. Von daher war die Frage, ob ich mit dem Bloggen beginne oder lieber nicht, damit für mich beantwortet und die Zweifel über Bord geworfen. Ob ich in der Tat auch selbstverliebt bin, lasse ich mal dahingestellt.

Wer bloggt, stellt sich also eindeutig in den Mittelpunkt. Und dabei kommt es meiner Meinung nach auch nicht darauf an, was verbloggt wird. Ob ich nun über Rezepte, Kosmetik, Bücher, Kleidung oder aus meinem Leben blogge, ist egal. Ich bleibe in jedem Fall die Hauptperson, denn ich bestimme ganz allein die Richtung auf meinem Blog und das ist hier so denkbar einfach.

Manchmal frage ich mich, warum ich das im realen Leben nicht kann. Ich meine, mich so gnadenlos in den Mittelpunkt zu stellen. Weil dann vielleicht die Reaktionen des Umfeldes nicht so gnädig ausfallen könnten wie hier auf dem Blog? Gut, es gab hier auch schon mal kritische Worte, aber die waren immer noch freundlich verpackt. Richtige "Hater"-Kommentare oder böse Mails hatte ich noch keine. Und sind wir doch auch mal ganz ehrlich, durch die Funktion der Moderation von Kommentaren bestimme ich auch hier, was veröffentlicht wird und was nicht. Ich habe also rein blogtechnisch gesehen die totale Kontrolle. Die habe ich in der Welt da draußen natürlich nicht. Stelle ich mich da so dermaßen in den Mittelpunkt, kann das Feedback, das ich daraufhin bekommen könnte, ja durchaus auch ziemlich negativ ausfallen.

Wenn ich jetzt hier davon spreche, mich in den Mittelpunkt stellen zu wollen, dann meine ich damit nicht, dass ich mich in verschiedenen Outfits, die ich hier zeige, meinem Umfeld präsentiere. Denn das mache ich bereits. Alles, was ich hier zeige, ziehe ich auch so an. Ich meine eher, dass ich ja hier auf dem Blog sehr egoistisch bin, aber in meiner Wirklichkeit doch ziemliche Probleme damit habe, genau so zu handeln. Ständig denke ich für Andere mit und überlege mir ihre Gedanken und weiteren Vorgehensweisen. Ich denke mir dann, wenn ich dieses oder jenes tue, was könnte der Andere dann denken oder sagen. Wie fühlt er sich, was könnte er tun und welche Konsequenzen hätten sein Handeln für ihn. Ich zermartere mir also den Kopf anderer Leute. Meine Schwester ermahnte mich kürzlich, mal endlich damit aufzuhören. Erwachsene Menschen sind selbst für ihr Tun und Handeln verantwortlich. Das muss ich nicht übernehmen. Ich weiß auch, dass sie recht hat. Es reicht ja, wenn ich mir um meine eigene Person und mein eigenes Vorgehen Gedanken mache und die Anderen sich um ihre Belange kümmern. Mir mir selbst habe ich schließlich schon genug zu tun.

Vielleicht sollte ich in meinem realen Leben auch mehr nach dem Motto "Alle Blicke auf mich" leben und hier ganz besonders den eigenen Blick auf mich richten. Nämlich auf das, was ich brauche und was ich nicht brauche. Das Thema ist für mich auf jeden Fall noch nicht durch und ich glaube, ich werde mich damit noch einmal intensiver auseinandersetzen müssen.

Jetzt richte ich aber erst einmal die Aufmerksamkeit auf mein neues Shirt. Das habe ich gesehen und musste es sofort kaufen. Meine Tochter wollte es mir zwar ausreden, aber mir gefiel es so gut, dass es unmittelbar nach der Anprobe zur Kasse getragen wurde. Dieses Shirt hat auf jeden Fall das Potential zum Lieblingsteil. Ich mag vor allem die Farbe und auch, dass ich es jetzt zum Übergang über einem Langarmshirt oder einer Bluse tragen kann und im Sommer dann mit einem Top drunter. Zu Grau sieht es übrigens auch gut aus.

Wie ist es bei euch, kümmert ihr euch auch oft um die Anderen und deren Gefühlslage und versucht ihr, deren Probleme zu lösen? Oder seid ihr konsequent bei euch und richtet den Blick überwiegend auf die eigene Person? Ich bin gespannt!

Lieben Gruß und einen schönen Mittwoch
Sabine








Mein heutiges Outfit:
Mantel - edc (Ärmel gekürzt)
Shirt rot - Q/S
Shirt blau - Street One
Hose - Staff Jeans and Co.
Schuhe - Gabor
Tasche - Wou Wou

Kommentare:

  1. Liebe Sabine, die Farbe ist toll.Wieder hast du es geschafft ein klares unaufgeregtes Outfit zu kreieren das trotzdem ein oder zwei Blicke wert ist. �� Ich habe jahrelang im Leben der anderen gelebt. Hatte für jedes Problem der anderen eine Lösung. Teilweise bist zur Selbstaufgabe. Irgendwann wurde mir klar dass ich mich in eine co-abhängigkeit verliere. Habe dann lange dran gearbeitet zum lernen das es kein Egoismus ist sich um sich selbst zu kümmern und auf sich aufzupassen. Heute klappt das ganz gut, nicht immer ,aber immer öfter��LG Jaydee

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    1. Wahrscheinlich verwechsele ich Egoismus mit "um sich selbst kümmern und auf sich aufpassen". Du hast ganz recht, eine Co-Abhängigkeit ist natürlich Mist, aber der Schritt in diese Richtung ist schnell gegangen, wenn man nicht aufpasst.

      Lieben Gruß
      Sabine

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  2. Guten Morgen Sabine, Du hast recht. Man stellt sich total in den Vordergrund und tatsächlich habe ich damit auch noch gewisse Schwierigkeiten. Wenn jemand beim shooten zuguckt zum Beispiel. Ich weiss damit bin ich nicht alleine, aber ich will auf jeden Fall dahin, dass es mir nix mehr ausmacht und ich denke Lass sie schauen.
    Ich lese ja gerne Blogs und nehme da viel Wert und Ratschlag für mich mit. Ich kann mich dort mir gleichgesinnten " treffen und unterhalten" . Das finde ich toll. Und wenn man dann liest, dass man jemanden ermutigt hat mal einen Rock zu tragen, oder Accessoires und die Leserin sehr glücklich damit ist, macht es mich auch glücklich. In meinem Fall auch grade Frauen die jenseits der Normgrößen sind zu ermutigen sich nicht zu verstecken.
    Du hast recht, Du zeigst Deinen Leserinnen wie es gehen könnte. Das ist doch toll!
    Das Shirt mag ich sehr gern Sabine. Es hat eine tolle Farbe!
    Liebe Grüße Tina

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    1. Das kommt mir sehr bekannt vor mit den Zuschauern beim Shooting. Manchmal stört es mich sehr und nervt mich auch und an anderen Tagen entwickelt sich sogar mal ein Gespräch. Aber im Grunde bin ich immer froh, wenn keiner in der Nähe ist. Eigentlich blöd...

      Ich finde es super, dass du Frauen entsprechende Anregungen gibst. Da bist du in jedem Fall ein Vorbild und das finde ich super.

      Lieben Gruß
      Sabine

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  3. Jeans, a nice T-shirt and a matching jacket, again a nice casual look to live comfortably and in style.

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    1. Thank you very much, Josep. :) :) :)

      Have a nice evening
      Sabine

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  4. Ich habe gerade gestern meine T-Shirts ausgebuddelt - mal gucken, ob ich die demnächst mit einem Langarmshirt drunter wetterfest mache :-) Die Idee gefällt mir.
    Sind Blogger selbstverliebt und egoistisch? Hm, egoistisch bin ich bestimmt. Nicht im Hauptberuf, aber ja, ich bin es. Aber es tut mir gut, auch mal meine eigenen Interessen durchzusetzen und deshalb ist es ok. Und selbstverliebt? Ich würde es eher mitteilsam nenne ;-) Klar liebe ich mich - wäre ja blöd, wenn es anders wäre. Im Mittelpunkt stehen muss ich allerdings nicht ständig, das wäre mir auf Dauer auch zu anstrengend.
    Liebe Grüße
    Fran

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    1. Das stimmt, so ein Leben immer mittendrin und der Star bei jeder Gelegenheit zu sein, ist bestimmt ziemlich anstrengend und stressig.

      Ich finde es aber super, dass du so reflektiert bist und auch ganz offen sagst, dass schon Egoismus in dir steckt. Ich denke mal, das sind auch die meisten irgendwie auf die eine oder andere Art und Weise. Mir fällt es nur sehr schwer, den Egoismus in bestimmten Situationen stärker werden zu lassen, so dass es mir dann besser geht. Ach... schwer zu erklären.

      Liebe Grüße
      Sabine

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  5. Das Problem kenne ich , Während ich im realen Leben eher rot werde wenn ich ein Kompliment bekomme, bin ich im Blog anders. Es war eine schwierige Entscheidung Kopf zeigen oder verbergen.
    Deinen Blog lese ich gern , da ich auch klein bin .
    lg carlinda

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    1. Ja, da sagst du was. Komplimente hier anzunehmen, fällt mir auch gar nicht schwer. Im Gegenteil, ich freue mich wie Bolle darüber. Und du wirst lachen, auch ich habe zuerst darüber nachgedacht, ohne Kopf zu bloggen. ;)

      Freut mich natürlich total, dass du gerne hier liest. Danke dafür.

      Lieben Gruß
      Sabine

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  6. Ich mag es generell gern, wenn Menschen von sich persönlich erzählen und so mag ich auch gern Blogs lesen, in denen Menschen von sich erzählen und dann noch Outfit-Bilder zeigen. Mal inspiriert es mich, mal bewundere ich es (mal finde ich auch was blöd), mal bin ich einfach nur neugierig. Bei manchen interessieren mich mehr die Bilder, bei anderen mag ich die Texte oder auch beides - es ist total individuell.

    Natürlich besteht beim Bloggen theoretisch die Möglichkeit, dass nun die ganze Weltbevölkerung auf einen schaut, allerdings wird das in der Realität wohl kaum der Fall sein. ;) Dennoch spricht es selbstverständlich für eine gewisse Art von "Selbstverliebtheit", seine eigenen Ganzkörperfotos online zu stellen, aber es ist m. E. auch total okay, sich selbst (zumindest aus bestimmten Blickwinkeln) ein bisschen gern zu haben. Wobei ich meine Bilder nicht zeige, um jetzt mit Lob überschüttet zu werden, sondern auch durchaus gern höre, wenn jemandem irgendetwas nicht gefällt. Freundlich verpackt finde ich Kritik an Text und Bild absolut in Ordnung - daraus kann ich schließlich ggf. lernen.

    Ich finde auch nicht, dass wir uns allzu sehr "in den Mittelpunkt stellen", denn das ist beim persönlichen Blog einfach vollkommen NORMAL und somit für meine Begriffe etwas vollkommen anderes, als sich privat sehr "in den Mittelpunkt" zu stellen.

    DA mag ich das zum Beispiel überhaupt nicht gern. Im RL bin ich eher der Typ, der sich hinten (naja, ganz hinten nun auch nicht) anstellt und anderen bis zu einem gewissen Maß gern den Vortritt lässt.

    Zudem bin ich der Meinung, dass Bloggen nicht unbedingt mit Egoismus zu tun hat, und zu viel Egoismus im wahren Leben mag ich schon mal überhaupt nicht! In einem angemessenen, normalen Rahmen für andere mitzufühlen bzw. das eigene Handeln im Hinblick auf das Gegenüber zu überdenken finde ich sogar absolut positiv. Aber wie gesagt: Es kommt immer auf's Ausmaß an!

    Bei Menschen, die ich mag, helfe ich gern - auch im Hinblick auf deren Probleme. Allerdings würde ich das niemals bis zur Selbstaufgabe betreiben (Stichwort Co-Abhängigkeit ...). Es gibt jedoch auch jede Menge Leute, deren Probleme mir komplett am Allerwertesten vorbeigehen. Im Endeffekt denke ich, das passt schon so - die Balance für sich selbst zu finden, lernt man im Idealfall wohl mit der Zeit.

    Liebe Grüße
    Gunda

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    1. Das will ich doch mal hoffen, dass man das irgendwann noch einmal lernt. Also heißt es durchhalten??? ;) ;) ;)

      Nein, jetzt mal im Ernst. Ich habe es schon an mir erlebt, dass ich noch über das Problem gegrübelt habe und die eigentlich Betroffenen schon wieder im Alltagsgeschehen waren. Da wäre es besser gewesen, das gar nicht erst an mich heranzulassen und sofort abzublocken als wieder einmal den helfenden Samariter zu spielen. Das nervt mich total. Die vernünftige Balance, die hätte ich gerne.

      Lieben Gruß
      Sabine

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  7. P.S.: Hab' doch glatt Dein Outfit vergessen!!! Ich mag Dein rotes Shirt!!! :)

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  8. Ähnliche Gedanken gehen mir auch immer wieder durch den Kopf und dann frage ich mich nur, warum um Himmels willen ich eigentlich bloggen muss?! Diese Zweifelphasen habe ich immer wieder und mittlerweile sitze ich sie einfach aus. Wenn ich blogge, dann mache ich das, weil's mir Spaß macht. Vielleicht auch ein bisschen, weil ich mich IRL eben nie freiwillig in den Mittelpunkt stelle und hoffe, dass mir die Bloggerei da mal ein bisschen auf die Sprünge hilft. Quasi als Trockenübung. Und ein bisschen funktioniert es sogar. ;)

    Lieben Gruß
    Anna

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    1. Warum du bloggen musst? Das musst du dich nicht fragen, frag mich:

      Weil du wunderbar schreiben kannst und uns daran teilhaben lassen möchtest/sollst. Darum!

      Lieben Gruß
      Sabine

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    2. Hach... dafür muss ich dich mal herzen. ❤

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  9. No Risk, no Fun! Als Personal-Blogger präsentiere ich mich in der Öffentlichkeit. Das mache ich mit Absicht. Und Du auch. Mach einfach so weiter. Ich mag Dich und Deine Outfits :)

    Liebe Grüße Sabine

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    1. Ja, mache ich. Danke schön. :)

      Lieben Gruß
      Sabine

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  10. Wir haben und dasselbe gefragt aber ich glaube wir müssen Mutig sein. Sonst erreicht man nicht vieles im Leben. Dein Blog gefällt mir wirklich gut!!
    Grüsse
    http://www.swisstwins.ch/

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    1. Hallo und herzlich Willkommen hier. Vielen Dank für dein/euer Feedback. Ich freue mich, dass ihr auf meinen Blog gekommen seid.

      Liebe Grüße
      Sabine

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  11. Liebe Sabine,
    ich bin auch Weltmeister im "zerdenken". Mir liegen die Probleme von anderen manchmal sogar im Magen. Dann muss ich mich bewußt an der Nase nehmen und mich wieder auf mich konzentrieren :-)
    LG Natascha

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    1. Ja, genau das meine ich. Das ist ja nicht gesund.

      Wenn du dich dann aber wieder auf dich besinnen kannst, dann hast du damit schon viel erreicht.

      Liebe Grüße
      Sabine

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