Mittwoch, 1. März 2017

Die Sache mit den Haaren


Frauen und ihre Haare, ein Thema, bei dem wahrscheinlich die meisten Männer auf Durchzug schalten, sofern man von ihnen eine Meinung zur Frisur haben möchte. Denn lässt man sich erst einmal auf eine Diskussion ein, kann die ein abendfüllendes Programm werden...

Was meine Frisuren anbelangt, war ich eigentlich schon immer recht offen. Ich hatte die Haare schon ziemlich dunkel, ziemlich blond, rot gesträhnt, braun und blond gesträhnt, rappelkurz, rückenlang, dauergewellt und antoupiert. Alles schon da gewesen und ich habe mir auch mit (fast) jeder Frisur gefallen. Sehe ich heute allerdings Bilder von damals, insbesondere die Dauerwellenfotos oder aber die, auf denen ich kurze, dunkelbraune Haare habe, bekomme ich das Grausen und frage mich, ob ich damals keine Freunde hatte, die mir mal tüchtig ins Gewissen reden konnten. *grins* Aber wie gesagt, damals habe ich mir auch damit gefallen und zur Entschuldigung kann ich noch vorbringen, dass in den 80ern die Dauerwelle total in war und ich wollte eben hip sein und zack! waren die Haare von rückenlang auf schulterkurz geschnitten und dauergewellt. Es war mir nur wichtig (so wie den meisten Mädels), dass die Haare großgelockt waren. Bloß keine Oma-Minipli. Natürlich gab es auch öfter mal Tränen nach Frisörbesuchen, wenn das Ergebnis nicht so war, wie erhofft, aber mit der Zeit bekam ich dann die Einstellung, dass es ja "nur" Haare seien, die auch wieder wachsen würden. Heute sehe ich manche Frisureneskapade so, dass ich einfach noch nicht meinen Stil gefunden hatte und mich ausprobieren musste.

Seit einiger Zeit trage ich jedoch immer die gleiche Frisur und auch die gleiche Haarfarbe, denn ich lasse mir mittlerweile keine Strähnchen mehr machen, sondern nur noch den Ansatz färben. Das finde ich für mich natürlicher und je nach Jahreszeit wirken die Haare mal heller und mal dunkler. Nur wenn mir die Farbe zu einheitlich geworden ist, lasse ich mal in das Deckhaar ein paar Strähnchen ziehen, aber nur ganz Feine, die kaum auffallen. Damit bin ich eigentlich immer zufrieden, genauso wie mit dem angeschrägten Bob, der mal mehr und mal weniger schräg ausfällt, oder rechts etwas länger gelassen wird als links.

Jetzt aber befinde ich mich gerade mal wieder in einer ziemlichen Tiefphase, was meine Frisur angeht. Der Grund ist Folgender: Bei meiner Pilgerreise in drei Monaten habe ich vor, mein Gepäck auf das Nötigste zu beschränken, das heißt, dass ich wirklich nur minimal Kleidung zum Wechseln mitnehmen werde, Waschzeug, einen Schlafsack, Medikamente usw. Was auf gar keinen Fall in meinem Rucksack landen wird, ist überflüssiges Zeug in Form von Make Up, Accessoires, Handtasche usw. Ich denke mal, das versteht sich von selbst, denn ich beabsichtige, höchstens 6 - 7 kg an Gepäck auf dem Rücken zu haben. Das klingt vielleicht nicht viel, aber es ist bei mir schon einiges mehr, als die empfohlenen 10 % des Körpergewichts. An technischem Geräten werden mich mein Handy und eine kleine Kamera begleiten. Für alles Weitere ist kein Platz bzw. Gewicht übrig.

Das heißt natürlich auch, dass der Föhn, die Lockenbürste und das Glätteisen zu Hause bleiben. Bei meiner Frisur bin ich jedoch darauf angewiesen, die Haare mit diesen Hilfsmitteln ein wenig in Form zu bringen, wenn ich einigermaßen gescheit auf dem Kopf aussehen möchte. Jetzt denkt ihr vielleicht, es interessiert auf dem Pilgerweg doch sowieso niemanden, wie ich auf dem Kopf aussehe. Doch das ist nur bedingt richtig, denn es interessiert mich und das ist das Wichtigste. Wenn ich meine Haare nicht gemacht habe, fühle ich mich ziemlich unwohl. Und zu der Anstrengung auf dieser Reise kann ich so was nicht gebrauchen. Es wird sowieso schon eine ziemlich Umstellung werden, mit dermaßen wenig auszukommen, da möchte ich mir nicht noch Zusätzliches aufbürden.

So entstand die Idee, bis dahin die Haare wachsen zu lassen, damit ich mir bei dieser Reise einen Zopf binden kann. Wenn ich die Haare jetzt im Nacken zusammennehme, dann ist schon ein kleines Schwänzchen zu sehen. Aber das reicht nicht, sie sollen noch etwas wachsen. Doch darin liegt die Krux: Mir gefiel ja meine ursprüngliche Frisur ganz gut und ich habe mich auch wohl damit gefühlt. Mit dem Wachsen lassen dagegen fühle ich mich derzeit weniger wohl und ich hadere noch, ob ich das wirklich durchziehen werde. Okay, es sind nur noch drei Monate, die werde ich bestimmt aushalten, aber ihr wisst ja sicher selbst, wie das bei Frauen ist, die unzufrieden mit ihren Haaren sind. 

Vor meinem letzten Friseurbesuch vor einer Woche habe ich einige Leute um ihre Meinung gebeten, aber überwiegend Frauen. Männer kriegen bei der Frage in der Regel schon die Krise und rollen mit den Augen. Letztendlich habe ich dann beim Frisör spontan entschieden, doch erst mal weiterwachsen zu lassen. Abgeschnitten ist es ja schnell.

Beim Fotografieren des heutigen Outfits habe ich mich dann aber mächtig über meine Haare aufgeregt. Es gab Fisselregen plus fiesen Wind und je länger ich darin stand, desto unförmiger wurde die Frisur. Zum Schluss haben die Haare gemacht, was sie wollten. Da hat auch sämtliches Haarspray versagt. Ich zeige euch die Bilder trotzdem, denn ich möchte euch ja mein Outfit zeigen. 

Es sollte mal wieder ein Jeanshemd sein, aber nicht ganz so sportlich gestylt wie damals in diesem Post h i e r . Von daher habe ich heute meine neuen Booties dazu kombiniert. In die bin ich übrigens nach wie vor noch sehr verliebt. :)

Oh je, das ist aber heute ein langer Post geworden. Doch ist sagte es ja eingangs, Frauen und ihre Haare, ein unerschöpfliches Thema...

Wie ist das bei euch? Seid ihr spontan, wenn es um eure Frisuren geht oder überlegt ihr lange hin und her, bevor ihr etwas verändert?

Ich wünsche euch einen schönen Mittwoch.

Lieben Gruß
Sabine








Mein heutiges Outfit:
Jeanshemd - Hilfiger Denim (gekürzt)
T-Shirt - Street One
Jeans - edc
Schuhe und Tasche - Michael Kors

Kommentare:

  1. These pants look wonderful on you, and the heels are spectacular. I like the shirt and this beautiful casual blend with elegant complements.

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    1. That's very nice! Thank you so much for your feedback.

      Have a wonderful evening.
      Sabine

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  2. Tja, Frauen und ihre Haare. Ich finde, dass es keinen Sinn macht, die Haare jetzt zu kürzen. Auf einer Pilgertour musst Du an die praktischen Dinge denken. Da bist Du mit einem Zopf am besten bedient. Also halte durch! So schlimm finde ich Deine Frisur jetzt nicht. Aber ich kenn das. Muss dringend wieder zum Nachschneiden. Gerade kurzes Haar will regelmäßig geschnitten werden.

    Liebe Grüße Sabine

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    1. Genau so ist es. Kurze Haare brauchen einen regelmäßigen Schnitt und erkennbare Frisuren auch. Sonst sieht es aus wie rausgewachsen und das gefällt mir persönlich überhaupt nicht.

      Ja, ich werde durchhalten... hoffe ich ;)

      Lieben Gruß
      Sabine

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  3. Du Schwester im Geiste... ich muss schon lachen. Wer sich vor der Pilgerreise Gedanken um die Haare macht? Ich würde das machen. *g*

    Deine Frisur steht dir wunderbar. Bewundere ich immer wieder und ein so ein Bob wäre meine Frisur der Wahl, wenn ich das mit meinen Haaren hinbekommen würde. Auch ohne Pilgerreise brauche ich aber was auf'm Kopp, was ich auch mal ohne Föhn halbwegs hinbekomme. Eine Not- oder Sportfrisur. Und dazu müssen die Haare wenigstens lang genug für einen Zopf sein. An der See (du weißt ja, dass Wind der Feind einer jeden Frisur ist), kommt noch mein Paisley-Tuch zum Einsatz, das ich wie ein Haarband trage, um den Pony zu verdecken. Da noch ne Sonnebrille rauf und fertig. So habe ich an der stürmischen Nordsee sogar eine Woche ohne Föhn und Bürste überlebt. Das war eine ganz neue Erfahrung. ;D Mittlerweile reichen mir die Haare, die auch mal Boblänge hatten, knapp über die Schulter und das war die beste Entscheidung, sie wachsen zu lassen. Auch ohne Pilgerreise. ;) Kleine Einschränkung: die Wachstumsphase war grausam und es sah schlimm aus. Ich habe die Haare irgendwann nur noch zusammengebunden und gedacht, Augen zu und durch. Muss ich auch nicht nochmal haben. *seufz*

    Lieben Gruß!

    P.S: Tolles Outfit. Die Schuhe!!!! <3

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    1. Die Frage der Haare ist von Bedeutung! Wenn ich nämlich Stress habe in irgendeiner Form oder genervt bin und dann auch noch mit meinem Äußeren unzufrieden, ist Hopfen und Malz verloren. Das kann ich meiner Schwester nicht antun. ;) Schließlich möchte ich ja auf der Tour keinen Depri bekommen, zumindest nicht wegen meiner Haare. Da bin ich schon eitel. Ich nehme wohl gerne Entbehrungen in Kauf und schlafe im Schlafsack und in Herbergen und wasche mich im Gemeinschaftsbad, werde mich nicht schminken pp., aber dann möchte ich wenigstens auf'm Kopp einigermaßen aussehen. *grins*

      Das See-Problem kenne ich auch. Da braucht man auch vorher nichts zu machen, ist eh alles überflüssig. Einmal am Strand entlang und du siehst aus, als wärest du durch die Hecke gekrochen.

      Das mit dem Tuch werde ich auch aufgreifen. Und einen Hut nehme ich auch mit, schon allein wegen der Sonne.

      Schulterlang? Da hast du es gut und mein Neid ist dir sicher. Doch die Durststrecke, bis es soweit war, kann ich mir sehr gut vorstellen. Das braucht kein Mensch. :)

      Lieben Gruß
      Sabine

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  4. Mir gefällt das Jeanshemd und bin selbst noch nicht auf die Idee gekommen, dass man auch Blusen und Hemden kürzen könnte. Tja und Haare: Ich schwanke auch zwischen kürzer und wachsen lassen. Für Deine Reise würde ich wachsen lassen empfehlen.

    Liebe Grüße

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    1. Doch, kann man auf jeden Fall. Allerdings sind dann die Proportionen zu beachten, sonst geht der Schnitt verloren.

      Das Jeanshemd ist einen kleinen Tick zu kurz geworden, aber ich trage es trotzdem.

      Lieben Gruß
      Sabine

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  5. Ei ei ei, diese Schuhe, die geben schon ordentlich Gas! Die waren wirklich eine gute Anschaffung <3. Und wegen der Haare: Denk Dir nix - fast jeder kennt doch den Effekt, wenn man mal Opfer der Witterung wird *schmunzel*. Ausserdem siehst Du doch trotzdem gut aus.

    Ich habe die letzten Jahrzehnte auch schon einiges an Frisuren ausprobiert. Und die obligatorische Dauerwelle musste natürlich damals auch her *grins*.
    Was mir vorhin durch den Kopf gegangen ist: Wenn Du pilgerst, dann empfiehlt es sich sowieso, dass Du zum Schutz vor der Sonne ein Tuch oder eine Kappe auf dem Kopf trägst. Und ich kenne es noch aus meiner eigenen Bob-Phase, dass sich die Haare bei einem entsprechenden Schnitt fast schon von selbst so hindrehen, wie sie sollen... Gut, klar, das ersetzt natürlich das gewohnte Styling nicht und ich kann Dein Problem durchaus nachvollziehen. Aber ganz ohne Abstriche geht es wohl bei solch einem Wander-Abenteuer eh nur schwer. Und ein Vierteljahr wachsen lassen, das kann sich schon ordentlich hinziehen, vor allem, wenn Du jetzt schon nicht mehr ganz glücklich bist... Ja, das ist schon so eine Sache mit den Haaren.

    Liebe Grüße

    Hasi


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    1. Tuch und Hut oder Kappe sind Pflicht. Schließlich möchte ich ja nicht, dass es daran scheitert, dass ich einen Sonnenstich bekomme.

      Ja, du hast recht. Ein Vierteljahr kann ziemlich lang werden. Aber da muss ich jetzt wohl durch. ;)

      Doch ich denke mal, dass die Variation der längeren Haare nicht für immer sein wird, sondern wirklich nur für das Pilgern. Denn wie du schon sagst, mit dem richtigen Schnitt liegen die Haare eigentlich schon fast von alleine.

      Liebe Grüße
      Sabine

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  6. Ich mag deine Haare auch, wenn sie sich selbständig machen. Das hat was Verwegenes :-) Und fürs Pilgern ist die längere Variante ganz sicher eine gute Wahl. Allein schon weil es voraussichtlich nicht nur kühl sein wird, oder? Pah, und natürlich darf man sich vor dem Aufbruch zur Pilgerreise Gedanken um seine Haare machen! Keiner da, der es verbietet ;-)
    Liebe Grüße
    Fran

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    1. He he... verwegen ist gut. *grins* Wollte ich immer schon mal sein...

      Zum Glück ist keiner da, der dementsprechende Vorschriften macht. Und von daher gebe ich es auch gerne zu, haartechnisch gesehen bin ich ziemlich eitel und daher mache ich mir natürlich auch Gedanken. Auch wenn das vielleicht Firlefanz ist und schon ein wenig im Kontrast zum Pilgern steht. Aber was soll's, so bin ich eben. :)

      Liebe Grüße
      Sabine

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  7. Aber natürlich ist es erlaubt sich darüber Gedanken zu machen. Ich finde Deine Haare gut, auch heute :) Ein Zopf istbsicher gut und auch ein Haarband/ Tuch ist klasse.
    Ich lasse meinen Haaren ja ziemlich "freien Lauf" und seh das nicht so eng.
    Wünsche Dir einen schönen Abend, ganz liebe Grüße Tina

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    1. Och nö, Tina. Dass du dir keine Gedanken machen musst und deinen Haaren freien Lauf lässt, ist ja ganz klar, bei deinen wunderbaren Locken. Wenn ich die hätte, würde ich auch nicht darüber nachdenken. *grins*

      Liebe Grüße
      Sabine

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