Sonntag, 30. April 2017

Zeit zum Entrümpeln


Das kennen wahrscheinlich viele von euch. Von Zeit zu Zeit fangen wir an, aufzuräumen. Ich meine damit nicht den wöchentlichen Hausputz, sondern richtiges Aufräumen. Also auch mal in den Ecken, in die wir sonst nicht so häufig schauen. Oder im Kleiderschrank, im Abstellraum, der Wäschekammer oder vielleicht sogar im Keller...


Manchmal kann so eine Aufräumaktion auch schon mal ausarten und das normale Aufräumen endet im Entrümpeln. "Wegschmeißen befreit" heißt es doch. Und ich finde, dass das stimmt. Sich die Ecken vollzustellen und alles aufzubewahren, finde ich persönlich ziemlich belastend. Meine Wohnung ist daher eher reduziert möbliert und auch dekoriert. Wenn zu viel herumsteht, nervt mich das irgendwann und spätestens dann muss es schleunigst verschwinden. Natürlich schmeiße ich auch nicht alles sofort weg, sondern sammele es - wie wahrscheinlich die meisten von uns - an irgendwelchen Orten, an denen man sich nicht so oft aufhält und die den täglichen Blick nicht sofort beeinflussen.

Wenn ich anfange "richtig" aufzuräumen, muss ich allerdings aufpassen, dass ich nicht in so eine Art Wahn verfalle. Das meine ich jetzt mit einem Augenzwinkern! 😉 Also, macht euch bitte keine Sorgen um mich. Ich habe nämlich die dumme Angewohnheit, dann immer weiter und weiter zu machen. Plötzlich sehe ich an jeder Ecke eine Baustelle, die dringend beseitigt werden muss, am besten noch mit einem kompletten Frühjahrsputz.

Erst neulich habe ich angefangen, meinen Kleiderschrank zu durchforsten. Ich hatte nach einem bestimmten Teil geschaut und hätte es in meinem eigentlich sehr durchstrukturierten Schrank (ja, ich sortiere nach Art und dann noch mal nach Farbe *grins*) schnell finden müssen, aber dem war nicht so. Also wurde der Wäschekorb durchwühlt, aber da war es auch nicht. Dann habe ich in Gedanken überlegt, ob ich es verliehen haben könnte. Aber an wen sollte das sein? Gelegentlich passen ein paar Teile meiner Tochter, aber in der Regel passen meine Klamotten sonst niemandem. Also musste es irgendwo in diesem Schrank liegen. Ich fing daher an, noch einmal genauer zu schauen. Vielleicht war es ja irgendwo dazwischen geraten. Und wo ich gerade schon mal so dabei war, habe ich auch gleich ein paar Teile entsorgt und außerdem noch festgestellt, dass ich dringend neue Hosen brauche (und zwar mal keine Jeans). 

Am Abend saß ich auf dem Sofa, las auf dem Laptop und war eigentlich recht zufrieden mit mir, aber plötzlich packte mich der Ehrgeiz und ich entrümpelte meine beiden E-Mail-Fächer gründlich. Anschließend flogen noch eine ganze Menge nicht veröffentlicher Blog-Fotos vom PC. Und wo ich doch schon einmal dabei war, nahm ich sodann mein Handy zur Hand und löschte haufenweise Bilder und Videos, Whats-App-Chatverläufe, Downloads und auch gleich ein paar Kontakte mit. Dann wechselte ich zu Instagram und entfolgte mal flugs fast 100 Personen, bei denen ich mich nicht erinnern konnte, irgendwann mal ein Foto gesehen zu haben. So verging die Zeit, bis ich mit einem Blick auf die Uhr erschrak. Es war mittlerweile so spät, dass ich dringend ins Bett musste. Allerdings fand ich nur schwer in den Schlaf, denn irgendwie war ich geistig noch im Entrümpelungswahn.

In der letzten Zeit wurde ich öfter gefragt, warum ich denn demnächst pilgern möchte. Nun, eigentlich war die Idee letztes Jahr spontan geboren und zwar nicht aus einem religiösen Hintergrund heraus. Sowohl meine Freundin als auch eine Kollegin sind einen Teil des Weges schon gegangen und waren begeistert. Das hat mich neugierig gemacht. Für jeden hat so eine Pilgerreise einen anderen Hintergrund und ich sah das Ganze bislang eher als sportliche Herausforderung. Das hat sich allerdings innerhalb des letzten halben Jahres gewandelt. Ich erhoffe mir nun von dieser Reise auch eine Art Entrümpelung im Kopf und in der Seele. Vielleicht gelingt es mir, mich geistig mit einigen Dingen auseinanderzusetzen und sie danach loslassen zu können. So wie beim PC das Verschieben in den Papierkorb. Vielleicht klappt es ja, vielleicht auch nicht. Das werde ich hinterher wissen...

Mein heutiges Outfit ist mir nicht beim Entrümpeln untergekommen. Dieses Outfit lag schon länger auf meinem Bett und wartete darauf, angezogen und fotografiert zu werden. Aber das Wetter war mir einfach zu mies. Die Strumpfhose ist zwar noch relativ dick, aber auch nicht wirklich wärmend. Und so langsam habe ich auf Strumpfhose, Mantel und Co auch keine Lust mehr. Zum Glück soll es ja heute schöner werden und ich hoffe für uns alle, dass das ein paar Tage anhält.

Was ist mit euch? Nehmt ihr euch auch gelegentlich Zeit zum Entrümpeln? Und wenn ja, wo und was fliegt dann raus?

Ich wünsche euch einen entspannten Sonntag und einen tollen Tanz in den Mai!

Lieben Gruß
Sabine






Mein heutiges Outfit:
Mantel, Rock und Gürtel - Esprit / edc (Mantel: Ärmel gekürzt, Rock gekürzt)
Bluse - H & M
Schuhe - Tamaris
Tasche - Tom Tailor

Kommentare:

  1. Ach liebe Sabine, du sprichst mir wieder mal aus dem Herzen. Ich glaube würden wir zwei uns zum Kaffes treffen , müssten wir ne Übernachtung mit buchen.������
    Entrümpeln, find ich so wichtig und entspannend. Ich tu das auch immer wieder.Schränke, PC und Tablet und Handy, aber auch Kontakte und Freunde.
    Ich mag es auch nicht wenn diese Dinge präsent sind obwohl ich sie nicht brauche oder mag.
    Vielleicht sind Menschen wie wir, die noch ein " Todes Pferd reiten " oder immer noch " Auf der Suche nach dem Warum sind" , und das egal noch nicht gefunden haben so.
    Das zumindest die Dinge die wir in der Hand haben ,sich Richtig anfühlen oder wir uns dann befreien können weil sie uns belasten... Denn Besitz belastet , es macht glücklich ganz bestimmt , allein wenn ich meine neuen Schuhe anschaue ���� Aber zuviel in den Wänden oder anderswo kann einen erdrücken. Also zumindest geht es mir so.
    Dein Outfit muss ich nicht viel sagen �� deine Post gefallen mir außrordentlich gut. Lg Jaydee

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    1. Danke, liebe Jaydee. Es freut mich außerordentlich, dass dir meine Beiträge gefallen. Und das machen wir doch glatt. Wenn ich mal in Berlin bin, dann treffen wir uns zum quatschen! Es ist sehr schön zu wissen, dass es Menschen gibt, mit denen man auf einer Wellenlänge schwimmt. Manchmal glaube ich schon, ich bin ein Exot mit meinen Ansichten. ;)

      Besitz mach auf jeden Fall zu einem Teil auch glücklich, aber ein Zuviel ist (für mich zumindest auch) eine Belastung. Das fängt schon bei der Kleidung an, wenn mich vor lauter Sachen nicht mehr weiß, was man eigentlich davon anziehen soll. Wenn ich gelegentlich mal eine Folge von Shopping Queen sehe und darin Frauen vorgestellt werden, die Schränke haben, bei denen jede Boutique neidisch würde, dann wäre das für mich eindeutig nichts. Ich wäre damit überfordert.

      Und auch tausende von Fotos auf dem Handy oder "tote" Kontakte nerven mich irgendwann, dann muss entrümpelt werden. Zum Glück können wir das ja frei entscheiden.


      Lieben Gruß
      Sabine

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  2. Liebe Sabine, ich entrümple auch immer wieder, meine Sachen. Schwierig ist es eher bei den Sachen meines Mannes. Der braucht alles noch :)
    Liebe Grüße Tina und einen wunderschönen Sonntag

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    1. Ha ha... schon klar, die Männer eben! ;)

      Da hilft nur eins: heimlich entsorgen.

      Lieben Gruß
      Sabine

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  3. Ich bin der Entrümpler vor dem Herrn :-) Und ich weiß schon, wohin das von dir gesuchte Kleidungsstück bei mir gewandert wäre - ich hätte es nämlich vermutlich entrümpelt. Ich neige nämlich dazu, im Rahmen des Entrümpeln seeeeehr gründlich zu sein. Manchmal zu gründlich. Und das beschränkt sich nicht nur auf den Inhalt meines Kleiderschrankes ;-)
    Liebe Grüße
    Fran

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    1. Ja, das seeeeehr gründlich sein, kenne ich auch. Da wird der Eifer schnell zum Übereifer und hinterher geht das Wehklagen los, weil man gerade in dem Moment das Teil braucht (was man schon ewig nicht benutzt hat), das man vorher weggeworfen hat. Und natürlich war zwischenzeitlich die Müllabfuhr da...

      Lieben Gruß
      Sabine

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  4. Liebe Sabine,
    ich weiß genau was du meinst! Wenn ich beim entsorgen bin dann auch richtig. Da fange ich beim Kleiderschrank an und plötzlich stört mich auch etwas im Technikraum oder im Garten. Dann fliegt alles :-) Aber ich empfinde so einen Tag auch als befreiend!
    LG Natascha

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    1. Das ist auf jeden Fall befreiend. Eine Bekannte von mir hat sogar ein Buch darüber gelesen und anschließend richtig aufgefräumt. Sie hat erzählt, dass sie sich nachher total leicht gefühlt hat. So geht's mir auch, dafür brauche ich nicht mal ein Buch. ;)

      Was ich mich gerade frage: Ist das wohl mal wieder so ein typisches Frauending? Oder geht's den Männern auch so?

      Lieben Gruß
      Sabine

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  5. Entrümpeln tut durchaus gut, da hast Du soo recht! Ich mache es aber immer lieber auf diese Weise, dass ich nur ein, zwei Themen auf einmal anpacke. Dann kann ich mich nämlich besser darauf einstellen, was ich wohl wirklich noch brauchen werde und laufe nicht Gefahr, im Eifer zu viel (oder zu wenig) zu entsorgen. Außerdem finde ich es wichtig, regelmäßige Ausmist-Aktionen zu machen, damit es nicht zu viel Masse auf einmal ist. Aber es ist doch schön, wenn man dann wieder Luft um sich und einen klaren Überblick über seine Sachen hat :-). Ich kann sogar manchmal so ins Entrümpeln und Sichten meiner Sachen eintauchen, dass ich richtiggehend entspannend finde :-))... Was ich nicht machen würde, ist, dass ich Sachen meines Mannes aussortiere. Ich weiß nicht, aber das fände ich etwas aks Bevormundung. Bei meinen Sachen dürfte sich das keiner trauen, über mich hinweg was wegzuschmeissen.

    Liebe Grüße

    Hasi

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    1. Ja, es ist Bevormundung, das stimmt schon. Habe ich aber auch schon mal gemacht. Und es tat mir nicht einmal leid. Ich habe ein paar durchgewetzte Schlappen im Müll verschwinden lassen und das hat mich sehr befreit. Die waren mir nämlich schon lange ein Dorn im Auge, aber mein Mann war immer der Meinung, die gingen noch. Irgendwann hat er es dann gemerkt und er war nicht so begeistert. ;)

      Ich wäre auch nicht begeistert, wenn jemand sich ans Ausmisten meiner Sachen begeben würde.

      Lieben Gruß
      Sabine

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  6. Jepp. Das kann ich gut. Mit dem Ausmisten habe ich kein Problem. Ich muss nur die Kurve kriegen.

    Schick siehst Du aus. Bitte das Outfit nicht entrümpeln :)

    Liebe Grüße Sabine

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    1. Ja, genau. Erst einmal den Anfang finden. Das ist auch nicht immer so einfach. Weggeschmissen dagegen schnell.

      Lieben Gruß
      Sabine

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  7. Also ich sortiere gerne aus und empfinde das als eine reine Wohltat.
    Chic bist Du wieder unterwegs. Dein Outfit gefällt mir richtig gut. Blau mit Cognac ist eine tolle Farbkombi.
    Einen schönen 1. Mai wünsche ich Dir.
    LG
    Ari
    Ari Sunshine Blog

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    1. Danke liebe Ari. Ich mag Blau und Coganc auch zusammen. Das geht irgendwie immer. Nur die Strumpfhose würde ich jetzt ein wenig heller wählen. Die ist mir im Nachhinein doch zu dunkel.

      Liebe Grüße
      Sabine

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  8. Liebe Sabine,
    als absolute Entrümplerin kann ich Dir nur beipflichten. Das Weggeben von überflüssigen und ungeliebten Dingen macht tatsächlich freier und schafft in mir Platz.
    Inneres Entrümpeln braucht sicherlich mehr Zeit und eine noch genauere Betrachtung. Daher finde ich Dein Vorhaben, Dich auf eine Pilgerreise zu begeben, großartig.
    Einen schönen 1.Mai
    Gabriele

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    1. Ich freue mich auch schon darauf und bin sehr gespannt, was das mit mir macht. Vielleicht bin ich einfach nur genervt wegen der Anstrengung, vielleicht aber auch total begeistert. Man wird es sehen.

      Lieben Gruß
      Sabine

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  9. Entrümpeln ist sehr wichtig, sich einfach von Altlasten befreien! Ich mache das in regelmäßigen Abständen und es tut mir sehr gut.
    Liebe Grüße
    Nicole

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    1. Das finde ich sehr gut. Besser man macht das regelmäßig, als dass man mit einem Mal vor einem unüberwindbaren Berg steht.

      Liebe Grüße
      Sabine

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