Sonntag, 14. Mai 2017

Kontrastprogramm


Es heißt ja, der Mensch sei ein Gewohnheitstier. Und wenn man mal genau darüber nachdenkt und bei sich selber schaut, werden wahrscheinlich die meisten von uns feststellen, dass das auf die eigene Person zutrifft...


Macht man nicht immer irgendwie das Gleiche? Irgendwie schon, oder? Selbst in einem Job, der viel Abwechslung bietet und bei dem man auch viel mit Menschen zu tun hat. Eine Verkäuferin z. B., die kann noch so viele verschiedene Kunden im Laden haben, aber trotzdem ist die Tätigkeit beraten und verkaufen. Vielleicht ist mal ein Kunde schwieriger als der andere, aber das ändert ja nicht den Tenor. Oder im Amt. Selbst bei ganz viel Publikumskontakt mit den unterschiedlichsten Personen ist die Tätigkeit Akten bearbeiten und verwalten. Oder ein Koch. Der kann sich noch so viele tolle Gerichte ausdenken und jeden Tag etwas anderes auf den Tisch zaubern, aber es ist und bleibt das Kochen...

Selbst in der Freizeit machen das einige von uns, also immer das Gleiche. Für viele Menschen laufen die Stunden nach der Arbeit in der Regel Woche für Woche annähernd gleich ab, zumindest für die Menschen, die ich so kenne. Da trifft sich am Montag der Sprachkurs und am Dienstag die Sportgruppe, am Mittwoch geht's vielleicht in die Sauna und am Donnerstag bleibt man zu Hause. Freitags wird dann eingekauft. Samstagmorgen ist der Hausputz dran und anschließend wird der Rasen gemäht. Am Sonntagnachmittag stehen Besuche auf dem Plan und um 20:15 Uhr gibt's den Tatort im Ersten. Vierzehntägig wird gekegelt und einmal im Monat trifft sich die Frauengruppe. Und so weiter und so fort... ;)

Das soll jetzt keineswegs abwertend klingen. Struktur im Alltag ist ja nicht verkehrt und es gibt auch Sicherheit. Das darf man nicht außer Acht lassen. Nicht jeder kann so in den Tag hineinleben und morgens mal schauen, was der Verlauf so mit sich bringt. Für mich zumindest ist das nichts und ich bin schon ganz froh, wenn ich eine einigermaßen strukturierte Woche habe. Aber manchmal nervt es mich auch. Und zwar gewaltig.

Wenn das der Fall ist, denke ich mir so, dass ich gerne mal etwas anders machen möchte. Das totale Kontrastprogramm. Doch das ist nicht so einfach. Jobtechnisch geht das überhaupt nicht, daran ist nicht zu rütteln. Bleibt also nur die Änderung des Freizeitverhaltens. Doch sofern man Kurse und regelmäßige Veranstaltungen besucht, ist man schon an diese Zeiten gebunden oder man meldet sich eben nicht an. Dann läuft man allerdings Gefahr, dass der Alltag nach der Arbeit auch immer gleich abläuft, nämlich nach Hause kommen, Fernseher einschalten und berieseln lassen. Oder jeden Abend lesen. Kann ja mitunter auch mal ganz angenehm sein, aber eben nicht jeden Abend. Zumindest für mich nicht. 

Also, wenn der Joballtag nicht zu ändern ist und das Freizeitverhalten auch nicht ohne Weiteres, wo kann man dann anfangen, ein Kontrastprogramm zu starten? Beim Urlaub! Und genau das werde ich dieses Jahr tun, denn bald mache ich mal etwas, was bei sonstigen Urlauben bislang undenkbar war. Ich plane nichts! Wie ich ja bereits schon mehrfach erwähnt habe, werde ich Ende Mai mit meiner Schwester auf dem Jakobsweg in Spanien pilgern. Bislang haben wird nur den Hinflug gebucht und die erste Nacht in einem Hotel. Und von da ab ist nichts mehr im Vorfeld geplant. Nach der einen Hotelübernachtung brechen wir am nächsten Morgen zu Fuß auf in das 325 km entfernte Santiago de Compostela. Wie weit wir an jedem Tag gehen, in welchem Ort wir landen und in welchen Herbergen wir am Abend übernachten werden, wissen wir heute noch nicht. Und auch nicht, ob und wann wir in Santiago ankommen werden und wann wir wieder zu Hause sind. In dem Zeitraum, den wir zur Verfügung haben, lassen wir alles auf uns zukommen. Mit unserer spartanischen Ausrüstung im Rucksack, die sich auf das absolut Notwendigste beschränkt und jeder Menge Neugier, freuen wir uns auf das Abenteuer. 

Ob es eins wird und wie mir das Ganze bekommen wird, kann ich heute noch nicht wissen, denn ich habe so etwas noch nie gemacht. Bislang waren die Urlaube immer perfekt geplant und organisiert. Ein wenig mulmig ist mir daher schon zumute und vielleicht bin ich nach dieser Reise "geheilt" und meckere nie wieder über meinen durchstrukturierten Alltag. Oder aber ich bin total begeistert davon, auch einmal zeitweise planlos zu sein. Wer weiß...

Kontrastreich ist auch mein heutiges Outfit. Schwarz/Weiß-Outfits gibt es bei mir eher seltener und schwarze Schuhe zur weißen Hose versuche ich auch in der Regel zu vermeiden, da der extreme Kontrast das Bein optisch verkürzt. Mein Shirt habe ich zu der weißen Hose absichtlich in Weiß gewählt und mit den Schuhen, dem Nietengürtel, der Kette und meiner Brille eine Farbklammer gebildet und so versucht, den Körper optisch wieder in die Länge zu ziehen. Die schwarze Lederjacke trägt auch etwas dazu bei, denn wenn sie offen getragen wird und den Blick auf das weiße Shirt freigibt, entsteht so als Verlängerung der Hose eine innere Farbsäule, die auch noch streckt. O m G... besser erklären kann ich das nicht, aber ihr könnt das alles bei der Modeflüsterin nachlesen (hier zu ihrem Blog). In mehreren Beiträgen erklärt sie dieses Thema sehr ausführlich und anschaulich. 

Wie verhält es sich bei euch? Seid ihr eher gut strukturiert und damit auch zufrieden? Oder muss ab und an ein Kontrastprogramm her?
Und mögt ihr Kontraste bei der Kleidung?

Ich wünsche euch einen tollen Sonntag und allen Müttern einen zauberhaften Muttertag!

Liebe Grüße
Sabine







Das ist übrigens meine neue Brille. Etwas weit vorgeschoben, aber das
ist so eine Angewohnheit von mir :) .

Mein heutiges Outfit:
Lederjacke u. Hose - Esprit (Hose gekürzt)
T-Shirt - s.Oliver
Gürtel - Street One
Schuhe - Gabor
Tasche - Michael Kors

Kommentare:

  1. Liebe Sabine,
    ich hatte einmal eine Zeit wo mich der Jakobsweg auch sehr gereizt hat und auch heute noch kommen mir immer wieder Gedanken von "hätte ich doch". Ich bin total gespannt was du uns erzählen wirst!
    Bei mir ist es so, dass ich total gerne plane. Nur ab uns zu habe ich Lust etwas völlig neues zu machen und dann ist es eigentlich auch immer sehr schön!
    LG Natascha

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    1. Das ist ja lustig, liebe Natascha. Bei mir war es genau umgekehrt. Ich dachte immer: Nee, das ist nichts für mich. Wozu das Ganze? ... Und jetzt gehe ich bald selbst los. :)

      Ja, ich verstehe, dass du gerne planst. Das geht mir grundsätzlich auch so.
      Aber ich weiß nicht, ob das in meinem Text so rübergekommen ist: das Tretmühligenartige und immer wieder das Gleiche sind die Dinge, die mich gelegentlich ziemlich nerven. Für neue Dinge kann ich mich dann wiederum schwer aufraffen.

      Vielleicht ist das auch mal wieder die anklopfende Midlife-Crisis?

      Lieben Gruß
      Sabine

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  2. Auch ich bin gespannt, von welchen Erfahrungen du uns berichten wirst. Vor 10 Jahren wäre ich den Weg gerne gegangen. Mutter in der Rushhour meines Lebens. Heute finde ich das auch noch interessant aber anderes ist mir wichtiger.
    Reisen ohne Plan. Klingt spannend und geht wahrscheinlich besser, als man im Vorfeld erwarten würde. Ich wünsche dir auf jeden Fall eine tolle Zeit.
    Schönes Outfit, dein heutiges Kontrastprogramm in Bildern.
    LG Andrea

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    1. Vielen Dank, liebe Andrea. Ich bin auch sehr gespannt und jeden Tag wächst die Aufregung ein wenig mehr. Wenn ich so auf mein reduziertes Gepäck schaue, das ausgebreitet auf der Gästecouch liegt, kommen mir so meine Zweifel. Aber ich lasse mich überraschen.

      Liebe Grüße
      Sabine

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  3. Liebe Sabine, ich weiss genau was Du meinst. Ich mag es auch geregelt, aber ab und zu muss man ausbrechen aus diesem Alltag. Manchmal brauche ich Tage ohne Plan. Sind eh selten kostbar, sich treiben lassen muss man geniesen.
    Du weisst echt nicht wann Du wieder nach Hause kommst? Du hast keinen Zeitrahmen für das Jakobswegprojekt? Du bist doch normalerweise berufstätig in Vollzeit...?!
    Ich bin so gespannt, das ist ja nicht mehr lange. Dann werden wir nix mehr von dir hören vorerst ;)
    Schönen Sonntag,liebe Grüße Tina

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    1. Doch, einen Zeitrahmen haben wir schon, wann wir wieder am Arbeitsplatz sein müssen. Aber wie lange wir unterwegs sein werden, wissen wir noch nicht. Das hängt davon ab, wie viele Kilometer wir täglich gehen werden und ob wir überhaupt jeden Tag gehen. Vielleicht verweilen wir auch in dem einen oder anderen Örtchen. Wer weiß... :)

      Liebe Grüße
      Sabine

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    2. Okay es gibt einen Zeitrahmen :) Na wenn der nicht ewig lange ist werdet ihr wohl einen Teil der Strecke mit Verkehrsmitteln zurücklegen müssen. Wäre doch schade das schöne Santiago nicht zu erreichen.
      Bin gespannt und wünsche Dir einen wunderschönen Pilgertripp.

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  4. Dass Du den Zeitrahmen flexibel gestalten kannst, ist sicher ein Vorteil. Ich wünsche Dir schöne Erlebnisse auf dem Jakobsweg!
    Das schwarz-weisse Outfit sieht sehr schön aus.

    Liebe Grüße

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    1. Vielen lieben Dank.

      Ich wünsche dir noch einen schönen Abend.

      Lieben Gruß
      Sabine

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  5. Liebe Sabine,

    das wird sicherlich eine besondere Erfahrung. Sich einfach mal treiben lassen.

    Dein Kontrast-Outfit gefällt mir sehr gut. Schwarz und Weiß mag ich immer wieder gern.

    Liebe Grüße Sabine

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    1. Vielen Dank, liebe Sabine!

      Ja, auf die Erfahrung und das "sich treiben lassen" freue ich mich besonders.

      Lieben Gruß
      Sabine

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  6. Bei der ersten Hälfte Deines Posts dachte ich noch: "Ja, genau so geht's mir auch." - Ich mag es NICHT, wenn immer alles exakt genau gleich abläuft, finde es z. B. ganz schrecklich, wenn man bei der Arbeit JEDEN TAG um Punkt halb zehn Frühstücken oder um Punkt halb eins Mittagessen geht oder wenn man sich seit Jahren immer und immer wieder auf den selben Parkplatz stellt. Bei kleinen Dingen dieser Art breche ich gern aus und mach' mal was anders. Vermutlich wechsle ich genau aus diesem Grund so gern von Hosen auf Röcke auf Kleider und wieder zurück und mag so viele verschiedene Farben an mir.

    Also: Struktur ja, aber bloooooß nicht immer exakt das Gleiche machen. Im Prinzip also wie bei Dir, würde ich sagen.

    Aber dann kam Dein Teil 2 mit der anstehenden Wanderung. Davor hätte ich echt RICHTIG Schiss und ich kann mir absolut nicht vorstellen, so etwas zu machen (hast Du eigentlich das Buch von Hape Kerkeling gelesen?). Und bei Dir bin ich auch absolut megasuper-gespannt, was Du zu berichten hast! Das wird wohl wahrlich ein Kontrastprogramm zu Deinem bisherigen Leben. Hut ab vor Deinem Mut! Ich möchte unbedingt auf dem Laufenden gehalten werden. Kann mir zur Zeit echt nicht vorstellen, in welche Richtung Deine Einschätzung dieses Urlaubs gehen wird ... - we will see. Drücke aber natürlich die Daumen, dass es gaaaaanz toll wird!

    Liebste Grüße
    Gunda

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    1. Genau, so sieht es aus. Du hast das gut zusammengefasst: Strucktur ja, aber nicht immer das Gleiche machen. Im Alltag fällt mir das jedoch schwer.

      Über die Reise mache ich mir an sich keine Sorgen. Hape Kerkeling hat es auch geschafft und der war kein bisschen trainiert. Okay, ich habe auch seit Ende April überwiegend meinen Fuß geschont, weil ich falsch aufgetreten bin und seitdem Schmerzen habe und in ärztlicher Behandlung bin, aber ich werde es trotzdem versuchen und alles geben. Aufgeben gibt's nur im Notfall. Zur Not fahre ich ein Stück mit dem Bus. Abwarten...

      Natürlich werde ich dich auf dem Laufenden halten. Das Handy wird zwar überwiegend Ruhepause haben, aber hin und wieder werde ich bestimmt ein Lebenszeichen per WhatsApp absetzen. Und anschließend werde ich versuchen, einen schönen Reisebericht für den Blog zusammenzustellen, mit Fotos.

      Liebe Grüße
      Sabine

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    2. Und Struktur natürlich ohne ck *grins*

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  7. Ich bin auf deinen Bericht über den Jakobsweg schon sehr gespannt, für mich ist das leider nichts, ich plane gerne meine Urlaube und bin ein sehr strukturierter Mensch, wenn es nicht so läuft wie ich es mir vorstelle, bin ich unleidlich und enttäuscht!
    Mir gefällt dein schwarz/weiß-Outfit super gut und es steht dir auch ganz prima!
    Liebe Grüße
    Nicole

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    1. Wenn man etwas genauestens geplant hat, hat man ja eine bestimmte Vorstellung, wie es laufen soll. Und wenn dann die Erwartungen nicht erfüllt werden, ist die Enttäuschung vorprogrammiert. Das geht nicht nur dir so. Ich erkenne mich da auch deutlich wieder.

      Liebe Grüße
      Sabine

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  8. Oh, ich beneide dich! Ich habe mich gerade fünf Tage durch London treiben lassen und es war einfach toll. Einen Ausflug hatten wir geplant und die restlichen vier Tage haben wir einfach spontan entschieden, wozu wir gerade Lust hatten. Durchgeplante Urlaube mag ich nicht. Deshalb werde ich wohl auch nie eine Gruppenreise oder eine Kreuzfahrt machen.
    Im Alltag hätte ich es dagegen manchmal schon ein bisschen strukturierter. Aber dafür habe ich den falschen Job. Da eine Struktur reinbringen zu wollen ist zum Scheitern verurteilt. Also mache ich das Beste draus :-)
    Liebe Grüße
    Fran
    P.S. Dein Outfit ist klasse. Ich seh in weißer Hose samt weißem Shirt immer aus, als käme ich gerade vom Dienst aus dem Krankenhaus. Verrat mal das Geheimnis!

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    1. Ha ha... da gibt's kein Geheimnis. Bei mir sieht es genauso nach Krankenhaus aus wie bei dir. Die meisten Frauen, die ich kenne, verbinden mit dem Weiß-Look eine Arztpraxis. *grins* Woran das nur liegt...? ;)

      Kreuzfahrt? Schrecklich! Die könnte ich mir für mich überhaupt nicht vorstellen. Viel zu viele Menschen auf einem Fleck. Meine Schwester möchte mich immer überreden, mitzukommen, aber bislang habe ich mich erfolgreich und standhaft geweigert.

      Lieben Gruß
      Sabine

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