Sonntag, 16. Juli 2017

Entscheidungshilfen


Das liest sich jetzt vielleicht ein wenig merkwürdig, aber manchmal wäre ich froh, wenn ich noch klein wäre. Also nicht klein im körperlichen Sinne, denn das muss ich mir ja nicht wünschen, weil ich ja definitiv klein bin. Eher klein im Sinne von sorglos und unbedarft sein...

Wenn ich so an die Jugendtage zurückdenke, dann hatte man doch eigentlich ein schönes Leben. Die Eltern sagten, wo es lang ging und Entscheidungen musste man nicht großartig treffen. Vielleicht ein paar, aber die waren nicht wirklich existentiell. Obwohl... da kam auch schon mal im Schulunterricht ein zusammengefalteter Zettel an, der durch die halbe Klasse gereicht wurde. Und den man dann unter dem Tisch versteckt hielt, um ihn vor den Augen der Lehrerin und der neugierigen Sitznachbarin zu verbergen und auf dem zu lesen war: Willst du mit mir gehen? JA - NEIN. Das konnte man ankreuzen und gab sodann den Zettel dem Nebenmann zurück, der ihn wiederum weitergab, bis dieses höchstgradig wichtige Dokument zum Absender zurückfand. Klar, zu der Zeit waren solche Fragen mega bedeutend, aber das meine ich ja auch nicht. Da war die Entscheidung je nach Absender ziemlich einfach. Gelegentlich fand sich aber auch noch eine Spalte VIELLEICHT, also schien man ja bereits in jungen Jahren schon nicht immer sehr entscheidungsfreudig gewesen zu sein.

Irgendwann im Teenageralter fing man dann an, sich die wirklich wichtigen Fragen zu stellen: Was will ich mal werden? Wo soll ich mich bewerben? Soll ich den Führerschein machen? Später dann: Soll ich mir eine eigene Wohnung nehmen? Kaufe ich mir ein Auto? usw... Fragen über Fragen, die nach einer Antwort verlangten und entschieden werden wollten.

Grundsätzlich tue ich mich schon schwer mit Entscheidungen, weil ich alles zig mal hinterfrage und meine eigenen Beschlüsse immer wieder auf den Prüfstand stelle. Ich bin definitiv kein Bauchmensch, das steht schon mal fest. Sondern auf jeden Fall ein Kopfmensch und das kann manchmal sehr belastend sein. Dass das zukünftig nicht mehr so ist und ich nicht mehr bereits entschiedene Punkte zum erneuten Überdenken in den Fokus rücke, daran arbeite ich.

Toll wäre es, wenn es gute Entscheidungshilfen geben würde. Also nicht so was wie: Wenn das nächste Auto, das mir entgegen kommt, schwarz ist, dann sage ich JA zu meiner Frage. Oder: Komme ich mit einem ungraden Schritt am Ziel an, dann lautet die Antwort NEIN. Es ist auch nicht hilfreich, Gänseblümchen ein Blütenblatt nach dem anderen auszuzupfen, in der Hoffnung, dass sich so die passende Entscheidung findet. Aber irgendeine gute Lösung muss es doch geben...

Weniger aufwändig war die Entscheidung für mein heutiges Outfit. Das ging ganz flott: Schrank auf, Klamotten raus und rein... Und hier seht ihr etwas, was ich ganz selten mache: Die Ärmel der Strickjacke sind aufgekrempelt. Früher hat mich das nicht gestört, aber heute schon. Diese Jacke ist aber leider von nicht allzu guter Qualität und durch mehrmaliges Waschen und Trocknen auf der Wäscheleine haben die Ärmel gelitten und sind länger geworden. So bleibt nur, die Jacke nicht mehr anzuziehen und wegzugeben oder sich damit abzufinden.  Aber das Teil ist relativ leicht und auch angenehm zu tragen. Von daher nehme ich den Umstand (noch) in Kauf. Meistens schiebe ich die Ärmel zusätzlich hoch, doch das habe ich auf den Fotos prompt vergessen. Ob ich die Jacke demnächst weggebe, weiß ich noch nicht. Irgendwie kann ich mich nicht so richtig entscheiden. ;)

Wie sieht's bei euch aus? Wendet ihr irgendwelche Hilfsmittel oder Tricks an, um zu einer Entscheidung zu kommen? Ich bin gespannt!

Einen ganz lieben Gruß und einen schönen Sonntag wünsche ich euch!
Sabine







Mein heutiges Outfit:
Strickjacke und Shirt - H & M
Gürtel und Jeans - Esprit/edc
Schuhe - Nike
Tasche - Michael Kors

Kommentare:

  1. Entscheidungen können schon manchmal verzwickt sein. Bei mir gibt es dann immer Pro- und Contra-Listen. Und wenn ich mir am Ende die Einzelpunkte betrachte, überlege ich noch, was die Intuition dazu sagt - denn nicht immer sind die rationalsten Lösungen dann doch die besten. Ich brauche also Kopf und Bauch. Und es gibt aber einfach auch Tage, da soll man eigentlich gar nix entscheiden und lieber eine Nacht drüber schlafen.

    Liebe Grüße

    Hasi

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    1. Dann bist du also eine Listenschreiberin? Das kenne ich gut. Aber für mich ist das eindeutig kopflastig. Das Ergebnis dann mit der Intuition zu vergleichen, halte ich für eine gute Idee. Hört sich aber auch nach einer Menge Gegrübel bzw. sich mit der Situation befassen an. Was ja auch nicht verkehrt ist, wenn man Wichtiges zu entscheiden hat.

      Darüber schlafen ist natürlich auch eine gute Idee. Da bin ich aber nicht gut drin, weil ich dann im Bett liegend weiter grübele.

      Liebe Grüße
      Sabine

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  2. Schönes Outfit hast du heute an...tja, da steckt man nicht drin mit der Qualität der Sachen. Man kann auch Glück haben. Ich glaub ich würde die Jacke dann für daheim nutzen oder wie du schon sagt - entsorgen. Tja, Entscheidungen, das kommt immer drauf an. Ich bin aber schon auch gern spontan, es kommt immer auf die Entscheidung an, manchmal versuche ich dann ganz entspannt wenigstens eine Nacht drüber zu schlafen oder Freunde müssen mit überlegen. Und ja, ich kann mich auch gern umentscheiden wenn ich merke, dass es falsch und nicht so gut ist. Meistens sind es ja keine großen Sachen sondern die kleinen Dinge.
    Liebe Grüße Jacky

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    1. Umentscheiden ist so eine Sache. Das möchte ich eigentlich vermeiden, deshalb ist ja vorher das Gegrübele groß. Das nervt manchmal ziemlich. Etwas Lockerheit und die von dir erwähnte Spontanität wären bestimmt auch für mich von Vorteil. Vielleicht kommt das ja noch. Der Mensch ist ja lernfähig bis ins hohe Alter. :)

      Lieben Gruß und Danke
      Sabine

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  3. Liebe Sabine,
    bei diesem Outfit fiele mir die Entscheidung auch nicht schwer. So lässig gefällt's mir. Bei Herzensentscheidungen entscheide ich aus dem Bauch raus, bei sachlichen Entscheidungen mach ich schon mal eine Positiv-Negativ-Liste. Wenn dann auch nicht unbedingt die Anzahl der Punkte entscheidet, bringt sie mich doch meiner letztendlichen Wahl näher.
    Die aus dem Bauch-raus-Entscheidungen waren bisher immer richtig, was sich manchmal aber erst nach einer gewissen Zeit herausgestellt hat. Als ich sie traf, war mir klar, dass sie Konsequenzen haben werden, die mir nicht immer gefallen. Die zu von vorne rein anzunehmen, war eine wichtige Voraussetzung für die Bauch-Entscheidung.
    Ich wünsch Dir von Herzen, dass Du eine Lösung für Dich findest.
    Liebe Grüße
    Sabine

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    1. Noch eine Listenschreiberin. Willkommen im Club. Ist das wohl ein Frauenphänomen oder machen Männer das auch? Würde mich mal interessieren.

      Aber du hast ganz recht. Wenn man erst einmal schwarz auf weiß etwas vor sich stehen hat und es durch das Aufschreiben sichtbar wurde, ist die Lösung schneller gefunden.

      Und ja, das Annehmen der getroffenen Entscheidung ist ein ganz wichtiger Aspekt, den die Grüblerin in mir nicht immer gut umsetzen kann.

      Liebe Grüße
      Sabine

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  4. Liebe Sabine,

    wenn Dir die Jacke gefällt würde ich sie behalten. Sie sieht auch universell einsatzbar ein und das erscheint mir wichtig, ebenso wie der Wohlfühlfaktor. Die Ärmel würde ich lieber hochschoppen. Das finde ich lässiger und optimaler zu Deinem Restoutfit, welches mir gut gefällt.

    Zu den Entscheidungen: ist ein vielschichtiges Feld. Ich entscheide immer danach, was kann im schlimmsten Fall geschehen. Dann entscheide ich so, dass ich diese möglichen negativen Folgen (vor allem im Job) ausschließe. Darüber hinaus lasse ich meinen Bauch mitentscheiden, denn in der Vergangenheit ist mir schon das eine oder andere Mal, wo ich entgegen meinem Bauchgefühl entschieden habe die Sache "auf die Füße gefallen". Am meisten hat mich dabei geärgert, dass ich mich in diesen Fällen von Anderen hab bequatschen lassen. Das passiert mir definitiv nicht mehr.

    Einen schönen Sonntag und liebe Grüße von Karin

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    1. Ja, das ist ein ganz wichtiger Punkt. Das Bequatschenlassen darf man nicht unterschätzen. Ich bin schon auf der einen Art beeinflussbar, aber ich höre noch lange nicht auf jeden. Bei manchen Menschen, von denen ich weiß, dass sie es absolut gut mit mir meinen, nehme ich mir die Ratschläge zu Herzen. Bei anderen, von denen ich weiß, dass sie selbst niemals so handeln würden, wie sie es mir vorgeschlagen haben, dagegen nicht.

      Lieben Gruß
      Sabine

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  5. Es gibt Situationen, bei denen bin ich nicht sehr entscheidungsfreudig. Ein wenig liegt es wohl daran, dass ich vom Sternzeichen her Waage bin. Mein Mann hat schon oft gesagt, ich antworte mit einem entschiedenen JAEIN ;-). Es ist aber in den letzten Jahren schon viel besser geworden. Ganz oft entscheide ich mich spontan und bereue meine Entscheidung auch nicht. Zum Aussortieren der Kleidung muss ich Lust haben. Sonst bringt es nichts. Auf den Bildern sieht die Jacke noch sehr schön aus. Dein komplettes Outfit gefällt mir mal wieder sehr gut. Ich mag sportliche Looks an Dir sehr gerne leiden.
    LG
    Ari

    ARI-SUNSHINE-BLOG

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    1. Ein klares JEIN ist ja auch manchmal eine gute Lösung. :) Diese Einstellung kommt mir sehr gelegen. Nur kann ich das nicht damit begründen, dass ich Sternzeichen Waage bin, da mein Sternzeichen Widder ist. Muss ich doch mal bei Google nachschauen, was mein Sternzeichen zum Thema Entscheidungsfreudigkeit hergibt. .)

      Liebe Grüße
      Sabine

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  6. Für dieses Outfit ist die Entscheidung eindeutig "Ja" :)

    Ich tue mich schwer mit Entscheidungen. Bin wie Ari eine Waage und muss erstmal abwägen. Daher würden mir Entscheidungshilfen vermutlich nicht helfen. Es hilft nur mein Instinkt und mein Bauchgefühl.

    Liebe Grüße Sabine

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    1. Danke, liebe Sabine. Sich auf den Instinkt zu verlassen, ist wohl auch genau das Richtige. Dafür beneide ich dich schon etwas.

      Liebe Grüße
      Sabine

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  7. Ich entscheide sehr gerne aus dem Bauch heraus, was aber nicht immer vom Vorteil ist! Pro und contra-Listen habe ich auch schon geschrieben, hilft mir aber auch nicht immer bei meinen Entscheidungen!
    Dein Outfit gefällt mir sehr gut!
    Liebe Grüße
    Nicole

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    1. Ja, ein Wundermittel ist das Listenschreiben wohl nicht... leider. Aber es ist wahrscheinlich auch nicht möglich, nur den einen Weg zu finden. Das wäre wohl auch zu einfach. :)

      Liebe Grüße
      Sabine

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  8. Eindeutig, ich gehöre zur Listenschreiberfraktion. Auch wenn mir völlig klar ist, dass mein Bauch schon innerhalb der ersten Sekunden eine klare Entscheidung getroffen hat. Aber es visualisiert die anstehende Entscheidung und seine Konsequenzen nochmals auf den Punkt.
    Liebe Grüße
    Gabriele

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    1. Listenschreiben trotz Bauchentscheidung? Das ist auch eine Lösung. Sich quasi schwarz auf weiß seine Entscheidung bestätigen zu lassen. Sehr gut.

      Auf deinen Post dazu freue ich mich übrigens schon sehr.

      Liebe Grüße
      Sabine

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  9. Die Formulierung "Willst Du mit mir gehen?" ist mir in meinen Beziehungen irgendwie nie begegnet. Irgend so 'ne Kneipenbekanntschaft fragte das mal so nebenbei, aber das nahm ich gar nicht ernst.

    Blöderweise habe ich mir auch die Frage, was ich mal werden will, nie so richtig ernsthaft gestellt. Das bereute ich dann als Erwachsene immer mal wieder.

    Das Phänomen, bereits entschiedene Punkte zum erneuten Überdenken in den Fokus zu rücken, kenne ich übrigens auch. Ziemlich bescheuert, das, aber ich kann es mir auch nicht so richtig abgewöhnen.

    Mit Entscheidungen tue ich mich superschwer - eigentlich generell. Inzwischen bin ich bei manchen Dingen ein wenig gelassener geworden und warte, ob mir mein Bauch irgendwann eine Entscheidung zuruft. Gelegentlich klappt das, aber meistens leider nicht.

    Listen schreibe ich auch manchmal ... ;)

    Liebe Grüße
    Gunda

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    1. Also, heutzutage sollte mir das auch niemand mehr sagen, da würde ich wahrscheinlich lachend vom Stuhl fallen. Aber früher als Teenager war das bei uns normal.

      So so... du hast also Kneipenbekanntschaften. *grins* Jetzt wird es ja spannend!

      Und im Übrigen... ich sag's ja, wir ticken oft ähnlich.

      Lieben Gruß nun auch hier
      Sabine

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